Das Volkswagen-Werk in Osnabrück ist vor dem Aus gerettet – allerdings auf ungewöhnlichem Weg. Statt weiterer Autoproduktion soll der Standort künftig Komponenten für das israelische Raketenabwehrsystem »Iron Dome« herstellen. Der israelische Rüstungskonzern Rafael hat sich dazu verpflichtet, die Produktion in Niedersachsen aufzubauen. Dies bringt nicht nur neue Arbeitsplätze, sondern markiert auch einen tiefgreifenden Wandel der Industriestruktur am Standort.
Die Entscheidung fiel nach monatelangen Verhandlungen, an denen auch hochrangige internationale Investoren beteiligt waren. Überraschend stimmte sogar Großaktionär Katar dem Deal zu, obwohl die Region traditionell eine starke Friedensbewegung hat. Hintergrund ist die wachsende Nachfrage nach Luftverteidigungssystemen in Europa und weltweit, die Rafael zur Expansion zwingt. Gleichzeitig sucht Volkswagen nach Wegen, seine Standorte wettbewerbsfähig zu halten – besonders im Zuge der Transformation hin zur Elektromobilität.
Die Landesregierung in Hannover begrüßte die Ankündigung als „wichtigen Schritt für die industrielle Zukunft Niedersachsens“. Gleichzeitig mahnte Wirtschaftsministerin Daniela Behrens (SPD) eine sorgfältige Abwägung ethischer Fragen an: „Sicherheitstechnologie kann auch zur Konfliktprävention beitragen, aber wir brauchen Transparenz über die Einsatzgebiete.“
Die Belegschaft reagiert gemischt: Während viele froh sind, dass der Standort erhalten bleibt, sorgen sich andere über die Umstellung von ziviler auf militärische Produktion. Betriebsratschef Thomas Meier sagte: „Wir wollen Arbeit, aber wir fragen uns auch, was wir da eigentlich bauen.“
Quellen: Spiegel Online, FAZ Online