Im heißen Endspurt des Berliner Abgeordnetenhauswahlkampfs hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius am Montag gemeinsam mit dem SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach in Berlin aufgetreten. Die Veranstaltung, zu der auch Bundeskanzler Friedrich Merz in Kürze mit CDU-Kandidat Stefan Evers anreisen wird, markiert den Höhepunkt des parteipolitischen Ringens um die Hauptstadt.
Pistorius betonte in seiner Rede die Bedeutung einer starken SPD in Berlin für die nationale Stabilität. „Berlin braucht eine sozial gerechte, handlungsfähige Regierung – und die kann nur mit der SPD gelingen“, sagte er vor einer mittelgroßen Zuhörerschaft im Stadtteil Mitte. Die Bundes-SPD hofft, durch prominente Unterstützung das sinkende Wahlkampfniveau der Landespartei zu heben.
Doch intern herrscht Unruhe: Steffen Krach, der in den Umfragen weit hinter den Konkurrenten liegt, wendet sich zunehmend scharf gegen seine eigenen Parteifreunde. Wie mehrere Medien berichten, kritisiert er mangelnde personelle und finanzielle Unterstützung aus Berlin und Berlin. „Wir werden im Stich gelassen“, zitiert der Spiegel den Kandidaten. Seine offenen Angriffe auf die Parteispitze sind ungewöhnlich und signalisieren die Verzweiflung im Lager der Sozialdemokraten.
Während CDU und Grüne weiter an Zustimmung gewinnen, kämpft die Berliner SPD um den Erhalt ihrer Regierungsbeteiligung. Beobachter sehen in Krachs Attacken ein Zeichen der Resignation – und gleichzeitig einen letzten Versuch, Aufmerksamkeit zu generieren.
Quellen: Der Tagesspiegel, Spiegel Online – Deutschland