Bayern verzeichnet im Bereich Windkraft einen spürbaren Zuwachs: Im ersten Halbjahr 2026 wurden im Freistaat mehr neue Anlagen ans Netz gebracht als in den Vorjahren. Laut aktuellem Bericht des Bundesverbandes WindEnergie liegt der prozentuale Zubau in Bayern damit über dem bundesweiten Durchschnitt. Doch trotz der positiven Entwicklung bleibt Bayern in der absoluten installierten Leistung deutlich hinter anderen Bundesländern zurück – und belegt weiterhin eines der hinteren Plätze im Ländervergleich.
Der Freistaat hatte sich verpflichtet, bis 2030 mindestens zwei Prozent seiner Fläche für Windkraft zur Verfügung zu stellen. Diese Regelung wurde erst nach jahrelangen Debatten und gescheiterten Volksbegehren umgesetzt. Aktuell liegt der Anteil bei deutlich unter zwei Prozent, weshalb der Druck aus Umweltverbänden und der Bundesregierung wächst. Kritiker bemängeln, dass bürokratische Hürden und die sogenannte 10-H-Regel – nach der Windräder mindestens das Zehnfache ihrer Höhe von Ortsrändern entfernt stehen müssen – den Ausbau weiter bremsen.
Experten sehen zwar erste Fortschritte, warnen aber davor, dass die Klimaziele der Bundesregierung ohne einen beschleunigten Ausbau in Bayern kaum erreichbar sind. Während sich in den nördlichen Bundesländern wie Schleswig-Holstein oder Brandenburg längst große Windparks etabliert haben, dominieren im Freistaat weiterhin kleinräumige Projekte. Die bayerische Staatsregierung betont hingegen den Ausgleich zwischen Klimaschutz und Landschaftsschutz und verweist auf den Ausbau der Photovoltaik als zusätzlichen Baustein der Energiewende.
Quellen: Der Tagesspiegel