Wittenberg bleibt ohne Berufsfeuerwehr: Landkreis stoppt Stadtratsbeschluss

Die Pläne der Lutherstadt Wittenberg für die Einführung einer Berufsfeuerwehr sind vorerst gescheitert. Obwohl der Stadtrat Anfang Juli beschlossen hatte, eine hauptberufliche Feuerwehr zu etablieren, hat der Landkreis Wittenberg nun dagegen sein Veto eingelegt. Damit bleibt die Feuerwehr in Wittenberg weiterhin eine freiwillige Einrichtung – eine Entscheidung, die bei der Stadtverwaltung und Teilen der Bevölkerung auf Unverständnis stößt.

Die Initiative für eine Berufsfeuerwehr war aus Sorge um die Einsatzfähigkeit der freiwilligen Wehr entstanden. In vielen Regionen Sachs-Anhalts kämpfen freiwillige Feuerwehren mit Mitgliederschwund, da Berufstätige und junge Menschen zunehmend weniger Zeit für Einsätze und Schulungen haben. Wittenberg, mit rund 50.000 Einwohnern eine der größten Städte des Landkreises, argumentierte, dass eine professionelle Feuerwehr für die öffentliche Sicherheit unverzichtbar sei – besonders angesichts von Großereignissen, Industrieanlagen und dem historischen Stadtkern.

Der Landkreis begründet sein Veto mit finanziellen und strukturellen Bedenken. Eine Berufsfeuerwehr würde erhebliche zusätzliche Kosten verursachen, die letztlich von allen Kommunen des Kreises getragen werden müssten. Zudem bestehe kein rechtlicher Handlungsbedarf, da die derzeitige Struktur landesweit überwiegend auf Freiwilligen basiere. Kritiker werfen dem Landkreis jedoch mangelndes Verständnis für die besonderen Herausforderungen einer wachsenden Stadt vor und fordern eine Neubewertung des Beschlusses.

Quellen: MDR – Nachrichten