Zalando-Schließung in Erfurt trifft vor allem migrantische Beschäftigte schwer

Die Schließung des Zalando-Lagers in Erfurt hat tiefgreifende soziale Folgen, besonders für migrantische Beschäftigte. Wie der MDR berichtet, stehen viele der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht nur vor der Herausforderung, einen neuen Job zu finden, sondern auch vor der Gefahr, ihre Sprachkurse und damit ihre Integration in die Gesellschaft zu verlieren.

Zwei Betroffene schildern, wie der Arbeitsplatz bei Zalando mehr war als nur ein Einkommen: Er bot Struktur, regelmäßigen Kontakt zur deutschen Sprache und soziale Bindungen. Mit dem Wegfall dieser Stabilität droht nun auch die Aufenthaltserlaubnis gefährdet zu sein – insbesondere für diejenigen, deren Visa an eine Erwerbstätigkeit gebunden sind.

Soziale Einrichtungen und Migrationsberatungsstellen in Erfurt melden einen Anstieg an Hilfsanfragen. Sie fordern von Bund und Land schnelle Unterstützungsprogramme, darunter Sprachkurse auch ohne Beschäftigungsnachweis sowie gezielte Vermittlungsmaßnahmen in andere Branchen. Die Stadtverwaltung kündigte erste Beratungssprechstunden an, um Betroffene ganzheitlich zu begleiten.

Die Zalando-Schließung wirft erneut die Frage auf, wie regional wirtschaftliche Strukturwandel von Unternehmen gestaltet werden – und wie gut die Gesellschaft auf die sozialen Folgen vorbereitet ist.

Quellen: MDR – Nachrichten