Freispruch im Mordfall Daphne Caruana Galizia in Malta

In einem umstrittenen Urteil hat ein maltesisches Gericht am Mittwoch den Geschäftsmann Yorgen Fenech vom Vorwurf des Mordes an der investigativen Journalistin Daphne Caruana Galizia freigesprochen. Der Freispruch betrifft die Anklage, dass Fenech der Drahtzieher des tödlichen Autobombenanschlags im Jahr 2017 war, der Caruana Galizia das Leben kostete. Die Entscheidung hat eine Welle der Empörung ausgelöst, insbesondere vonseiten der Familie der Verstorbenen sowie von Menschenrechts- und Pressefreiheit-Aktivisten.

Die Familie der Journalistin erklärte, dass dieser Freispruch einen weiteren Schlag gegen die Suche nach Gerechtigkeit darstellt. Ihr Sohn bezeichnete das Urteil als eine „schreckliche Entscheidung“. Caruana Galizia, die für ihre Berichterstattung über Korruption und Geldwäsche in Malta bekannt war, wurde 53 Jahre alt. Ihr Tod hatte landesweite Proteste ausgelöst und führte zur Rücktritt des damaligen Premierministers Joseph Muscat.

Fenech war 2019 verhaftet worden, als er versuchte, Malta auf seinem Yacht zu verlassen. Die Vorwürfe gegen ihn haben nicht nur die maltesische Gesellschaft gespalten, sondern auch internationale Aufmerksamkeit auf die Probleme der Pressefreiheit in Malta gelenkt.

Das Urteil könnte Folgen für die laufenden Ermittlungen und die Bemühungen um Gerechtigkeit für Caruana Galizia haben, da es erwartet wird, dass die Staatsanwaltschaft gegen den Freispruch Berufung einlegt.

Quellen: ARD Tagesschau, France 24, The Guardian