Am Wochenende haben in Spanien zehntausende Menschen gegen die Migrationspolitik der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez demonstriert. Die Proteste fanden in mehreren Städten statt, wobei Madrid mit über 50.000 Teilnehmern das Zentrum der Unruhen bildete. Die Demonstranten äußerten ihren Unmut über die als unzureichend empfundene Reaktion auf den massiven Ansturm von Migranten auf die nordafrikanische Exklave Ceuta, wo die Situation als kritisch wahrgenommen wird.
Die Protestierenden skandierten Parolen wie „Ceuta verkauft sich nicht, Ceuta ergibt sich nicht“ und forderten eine Rückkehr zur Normalität. In der Stadt Ceuta selbst forderten Tausende eine verstärkte Unterstützung durch die Regierung und warfen dieser vor, die Probleme zu bagatellisieren und nicht ausreichend auf die Situation zu reagieren.
Hintergrund der Proteste ist ein neuer Polizeibericht, der Marokko eine Mitschuld an der jüngsten Migrationskrise zuspricht. Die spanischen Sicherheitsbehörden werfen marokkanischen Kräften vor, während des Ansturms von Migranten nicht ausreichend eingegriffen zu haben, was die Spannungen zwischen den beiden Ländern weiter anheizen könnte. Die Opposition kritisierte Sánchez scharf und warf ihm vor, die Bewohner von Ceuta im Stich gelassen zu haben.
Diese Entwicklungen könnten erhebliche Auswirkungen auf die politische Landschaft Spaniens haben, insbesondere in Anbetracht der bevorstehenden Wahlen.
Quellen: ARD Tagesschau, FAZ Online, Welt Online