Ungarn hat am Dienstag zehn russische Diplomaten ausgewiesen, was einen bedeutenden Wandel in der Außenpolitik des Landes darstellt. Premierminister Péter Magyar erklärte, die Diplomaten hätten „unzulässige Aktivitäten“ durchgeführt, ohne jedoch spezifische Vorwürfe zu äußern. Diese Maßnahme wird als Reaktion auf zunehmende Bedenken hinsichtlich russischer Spionageaktivitäten in Ungarn gesehen.
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Ungarn und Russland hatten sich in den letzten Jahren verschlechtert. Während das Land unter der vorherigen Regierung von Viktor Orbán als enger Verbündeter Russlands galt, hat die neue Regierung unter Magyar einen klaren Bruch mit dieser Tradition vollzogen. Laut Berichten wird diese Entscheidung auch als Versuch gewertet, die Loyalität Ungarns gegenüber der Europäischen Union und der NATO zu zeigen.
Ein russischer Senator reagierte auf die Ausweisung und behauptete, Ungarn sei gezwungen worden, seine Loyalität gegenüber Brüssel zu beweisen. Diese Äußerungen verdeutlichen die angespannte Beziehung zwischen Ungarn und Russland, die sich weiter verschärfen könnte, falls Russland mit Gegenmaßnahmen reagiert.
Die ungarische Außenministerin hat die Entscheidung verteidigt und auf die Notwendigkeit hingewiesen, die nationale Sicherheit zu wahren und die Integrität der diplomatischen Beziehungen zu schützen. Dies könnte ein neuer Trend in der ungarischen Politik sein, hin zu einer größeren Distanzierung von Russland.
Quellen: BBC News, Politico Europe, Spiegel Online