Die argentinische Abgeordnetenkammer hat mit einer knappen Mehrheit von 137 zu 111 Stimmen eine Reform des Gletschergesetzes beschlossen. Die Neuregelung erlaubt künftig Bergbauaktivitäten in bisher geschützten Anden-Eiszonen. Dies könnte Investitionen in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar freisetzen, darunter Projekte von Branchengrößen wie BHP, Lundin Mining und Glencore.
Das größte Vorhaben, die Vicuña-Mine, gilt mit einem Investitionsvolumen von 18 Milliarden US-Dollar als die größte ausländische Direktinvestition in der argentinischen Geschichte. Die Mine soll Kupfer, Lithium und Silber fördern und damit die Wirtschaft des Landes ankurbeln. Kritiker warnen jedoch vor schwerwiegenden Umweltfolgen und dem Verlust von Trinkwasserreserven.
Umweltverbände haben bereits angekündigt, die Reform vor dem Verfassungsgericht anzufechten. Sie argumentieren, dass das Gesetz gegen die verfassungsmäßige Pflicht zum Schutz der Umwelt verstößt. Die Debatte um den Ausgleich zwischen wirtschaftlichem Wachstum und Umweltschutz dürfte die politische Landschaft Argentiniens in den kommenden Monaten prägen.
Quellen: Rio Times Online