Erstmals keine offiziellen Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag des Putsches in Chile

Zum 53. Jahrestag des Militärputsches in Chile, der 1973 die Regierung von Salvador Allende stürzte, wird es erstmals keine offiziellen Gedenkveranstaltungen geben. Diese Entscheidung hat in Chile, einem Land mit einer komplexen politischen Vergangenheit, für Aufsehen gesorgt. Präsident José Antonio Kast, der als einziger chilenischer Präsident öffentlich die Diktatur von Augusto Pinochet unterstützt hat, erklärte, dass er keine Teilnahme an den traditionellen Gedenkfeiern plane.

In einer Erklärung betonte Kast, dass es ihm freistehe, wenn Bürger im Rahmen der üblichen Freitagsmessen im Regierungspalast beten möchten, er selbst jedoch nicht anwesend sein wird. Diese Entscheidung markiert einen Bruch mit der bisherigen Praxis, die Geschehnisse von 1973 öffentlich zu würdigen, und hat zu einer erneuten öffentlichen Debatte über das Erbe der Diktatur und die Aufarbeitung der Vergangenheit geführt. Viele Bürgerrechtler und Angehörige von Opfern der Diktatur haben die Entscheidung kritisiert und fordern eine offizielle Anerkennung und Aufarbeitung der damaligen Ereignisse.

Quellen: El País – Americas