Der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt hat bei vielen zivilgesellschaftlichen Gruppen Entsetzen ausgelöst. Doch statt Resignation macht sich nun eine breite Mobilisierung breit. Antidiskriminierungsnetzwerke, Flüchtlingshelfer, Kirchenvertreter und Jugendinitiativen schließen sich zusammen, um gemeinsam Zeichen für eine offene Gesellschaft zu setzen. „Und dann bilden wir Gegenwehr“, heißt es inzwischen bei Treffen in Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau.
Bereits am Tag nach der Wahl trafen sich Aktivist*innen in mehreren Städten, um Strategien zu koordinieren. Geplant sind Informationskampagnen, öffentliche Aktionen und rechtliche Beobachtung im Falle möglicher Einschränkungen von Grundrechten. Besonders besorgt sind Organisationen, die sich für LGBTQ+, muslimische oder jüdische Gemeinden einsetzen – sie befürchten eine Zunahme von Diskriminierung oder gar Übergriffen unter einer AfD-geführten Landesregierung.
Auch die Verleihung des Bandes für Mut und Verständigung in Berlin nahm Bezug auf die Lage in Sachsen-Anhalt. Preisträger betonten dort: „Die beste Integration ist Sport, ist Musik, ist Nachbarschaft – und genau diese Alltagswelten müssen wir jetzt verteidigen.“ Die Hoffnung vieler bleibt, dass durch Sichtbarkeit und Zusammenhalt ein weiteres Verschieben der gesellschaftlichen Mitte verhindert werden kann.
Quellen: Süddeutsche Zeitung (DE, 11.09.2026 11:58), Der Tagesspiegel (DE, 11.09.2026 11:54)