Angesichts verheerender Waldbrände, die kürzlich mindestens 12 Menschen das Leben kosteten, hat Algeriens Präsident Abdelmadjid Tebboune drastische rechtliche Maßnahmen angekündigt. Er ordnete am Sonntag eine Änderung des Strafgesetzbuchs an, um die Todesstrafe mit sofortiger Vollstreckung für Personen einzuführen, die vorsätzlich Brände legen. Laut algerischen Medien wurden landesweit rund 100 Brände registriert, wobei Ermittlungen Hinweise auf mögliche Sabotage ergeben haben.
Sofortige Gesetzesänderung angeordnet
Die Anweisung des Staatschefs sieht vor, dass der Entwurf zur Novellierung des Strafrechts bis zum 15. September 2026 vorgelegt werden muss. Die geplante Regelung zielt explizit auf Brandstifter ab, deren Handlungen zu Todesfällen oder massiven Zerstörungen führen. Obwohl Algerien de facto seit Jahren keine Hinrichtungen mehr vollstreckt hat, bleibt die Todesstrafe formal im Gesetzbuch erhalten – bisher jedoch ohne sofortige Vollstreckung bei Delikten wie Brandstiftung.
Öffentliche Empörung und staatliche Reaktion
Die jüngsten Brände hatten besonders in den Provinzen Jijel, Béjaïa und Skikda schwere Schäden angerichtet und breite Empörung ausgelöst. Bürgerrechtler warnen zwar vor einer Verschärfung der Strafen ohne hinreichende Beweissicherung, doch die Regierung betont, dass die Maßnahme als abschreckendes Signal dienen soll. Internationale Beobachter werden die Entwicklung nun genau verfolgen, da Algerien damit eine der strengsten strafrechtlichen Sanktionen gegen Umweltkriminalität in Afrika einführen würde.
Quellen: Africanews EN, AllAfrica – North Africa, BBC News – World