Die Elfenbeinküste hat ein bedeutendes Kulturgut nach über einem Jahrhundert zurück in den Besitz der Gemeinschaft erhalten: die heilige ‚Sprechende Trommel‘ aus dem Dorf Adjame. Die Trommel, einst von französischen Kolonialtruppen 1916 geraubt, kehrte am Freitag im Rahmen eines feierlichen Heimkehrzugs nach Hause zurück – passend zum nationalen Unabhängigkeitstag des Landes.
Die Feierlichkeiten begannen mit einer großen Parade durch die Straßen der Wirtschaftshauptstadt Abidjan, bei der Tausende Menschen den historischen Moment mitfeierten. Die Trommel wurde unter großem Jubel durch die Stadt getragen, begleitet von traditionellen Tänzen und Musik. Anschließend wurde sie in einem zeremoniellen Zug nach Adjame gebracht, dem ursprünglichen Dorf, in dem sie einst hergestellt und genutzt wurde.
Die ‚Sprechende Trommel‘ ist mehr als ein Musikinstrument – sie gilt als spirituelles Symbol und war einst Mittel der Kommunikation zwischen Dörfern sowie bei religiösen und zentralen sozialen Anlässen. Ihr Diebstahl während der Kolonialzeit symbolisierte für viele Jahre die kulturelle Aneignung und Unterdrückung. Die Rückgabe durch Frankreich markiert daher einen bedeutenden Schritt in der Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit und der Wiederherstellung kultureller Identität.
Die Regierung der Elfenbeinküste begrüßte die Rückkehr als „Akt der historischen Gerechtigkeit“ und betonte die Bedeutung des Ereignisses für die nationale Versöhnung und kulturelle Wiederbelebung. Internationale Beobachter sehen darin ein weiteres Beispiel für die wachsende Bewegung zur Rückgabe geraubter Kulturgüter aus ehemaligen Kolonien.
Quellen: Al Jazeera English, Africanews EN