WDR-Journalist Restle wegen Tweet über marokkanisches Bündnis angezeigt

Der ehemalige ARD-Journalist Georg Restle gerät wegen eines Beitrags auf der Plattform X (ehemals Twitter) in die öffentliche Kritik. In einem Tweet deutete er an, dass ein vermeintliches Bündnis aus den USA, Israel und Marokko hinter dem jüngsten Migrantenansturm auf die spanische Exklave Ceuta stehe. Diese Aussage hat nun eine formelle Beschwerde des WDR-Rundfunkrats zur Folge.

Der Rundfunkrat, der die journalistische Integrität des öffentlich-rechtlichen Senders überwacht, sieht in Restles Äußerung eine mögliche Verletzung redaktioneller Standards. Insbesondere die pauschale Einbindung Marokkos in ein geopolitisches Komplott ohne nachweisbare Belege wird als problematisch bewertet. Solche Behauptungen könnten zu einer Verfestigung von Verschwörungsnarrativen beitragen, warnen interne Quellen.

Restle, der bis 2024 die ARD-Sendung „Monitor“ moderierte, ist bekannt für kritische geopolitische Analysen. Doch in diesem Fall wird ihm vorgeworfen, Fakten und Spekulationen zu verschmelzen. Der Vorfall zeigt die zunehmende Spannung zwischen journalistischer Meinungsäußerung im Social-Media-Zeitalter und den Anforderungen an öffentlich-rechtliche Redlichkeit – insbesondere wenn Dritte wie der marokkanische Staat öffentlich in Verdacht geraten.

Quellen: Spiegel Online, FAZ Online