Ein hochrangiger Experte für grenzüberschreitende Wasserressourcen aus Addis Ababa hat gefordert, dass die amtierenden Nil-Nachbarn Ägypten und Sudan einen fairen Anteil an den Kosten für Äthiopiens umfangreiche Bewässerungs- und Aufforstungsmaßnahmen übernehmen sollten. Die Maßnahmen zur Wiederherstellung von Einzugsgebieten hätten nicht nur lokale, sondern auch regionale Auswirkungen – insbesondere auf die Wasserqualität und -regulierung entlang des Nils.
„Die Verbesserung der Wassereinzugsgebiete in Äthiopien führt zu stabileren Abflussverhältnissen, geringerer Erosion und besserer Wasserqualität – Vorteile, die direkt bis nach Ägypten und in den Sudan reichen“, erklärte der Experte. Dennoch trage Äthiopien bislang allein die finanziellen und logistischen Lasten dieser nachhaltigen Projekte, obwohl die Nutznießer sich über mehrere Länder erstreckten.
Die Forderung kommt zu einer Zeit, in der die Diskussion um die Nutzung des Nils weiterhin sensibel bleibt – insbesondere im Zusammenhang mit dem Großen Äthiopischen Staudamm (GERD). Der Experte argumentiert, dass eine gerechtere Lastenteilung nicht nur fair sei, sondern auch das Vertrauen zwischen den Nil-Anrainerstaaten stärken und langfristige Kooperation im Wassermanagement fördern könne.
Quellen: AllAfrica – Ethiopia