Liberias Kakaosexporte in Gefahr durch fehlende EU-Entwaldungszertifizierung

Liberias Kakaobauern stehen vor einer existenziellen Herausforderung: Wegen fehlender Infrastruktur zur Rückverfolgbarkeit droht der Verlust des europäischen Marktes, der rund 65 Prozent der landesweiten Kakaoproduktion abnimmt. Die Liberian Agriculture and Rural Development Authority (LACRA) räumt ein, dass das Land nur wenige Monate vor Inkrafttreten der EU-Vorschriften zum Schutz vor entwaldungsbedingten Importen noch immer kein System zur Kartierung von Farmen, Geolokalisierung oder Produktspurbarkeit besitzt.

Die EU-Regelung, die voraussichtlich im Januar 2027 in Kraft tritt, verbietet den Import von Agrarprodukten, die mit Entwaldung in Verbindung stehen. Um die Zulassung zu erhalten, müssen Exportländer nachweisen können, dass ihre Produkte aus entwaldungsfreien Anbaugebieten stammen. Bisherige Bemühungen in Liberia, ein digitales Monitoring-System aufzubauen, sind gescheitert oder nicht ausreichend fortgeschritten.

Experten warnen, dass ein Verlust des EU-Marktes schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für Tausende Kleinbauern haben könnte. Kaffee und Kakao sind zentrale Devisenbringer für das westafrikanische Land. Die Regierung steht nun unter Druck, kurzfristig Lösungen zu finden – doch ohne internationale Unterstützung gilt dies als nahezu unmöglich. Die LACRA hat bereits Gespräche mit internationalen Partnern aufgenommen, um technische und finanzielle Hilfe zu erhalten.

Quellen: AllAfrica – West Africa, AllAfrica – Business