Ein neuer Bericht des Humanitarian Research Lab (HRL) der Yale School of Public Health zeigt einen erheblichen militärischen Aufbau an einer Basis der äthiopischen Streitkräfte (ENDF) in Asosa, im westlichen Äthiopien nahe der Grenze zum Sudan. Satellitenbilder vom 23. bis 28. August 2026 deuten auf eine massive Zunahme von Militärpersonal, Fahrzeugen und Ausrüstung hin, was Experten besorgt stimmt. Die Aktivitäten werden möglicherweise mit einer drohenden Bedrohung durch die sudanesische Rapid Support Forces (RSF) in Verbindung gebracht, die in der Region zunehmend aktiv sind.
Asosa liegt strategisch an der Grenze zur sudanesischen Region Benishangul-Gumuz, durch die in der Vergangenheit bereits bewaffnete Gruppen vorgedrungen sind. Die Analyse der HRL deutet darauf hin, dass die äthiopischen Streitkräfte auf einen möglichen Angriff vorbereitet sein könnten, insbesondere auf eine Offensive gegen die Stadt Ed Damazin, die von sudanesischen Rebellen kontrolliert wird. Die Lage bleibt angespannt, da sich die humanitäre Krise im Sudan weiter verschärft und Flüchtlinge sowie bewaffnete Gruppen zunehmend in die Nachbarländer abwandern.
Internationale Beobachter warnen, dass eine direkte militärische Konfrontation zwischen äthiopischen Streitkräften und sudanesischen Milizen die Region destabilisieren könnte. Äthiopien betont bisher keine offizielle militärische Intervention, doch die Vorbereitungen deuten auf eine Verteidigungsstrategie hin. Die internationale Gemeinschaft wird aufgefordert, die Lage genau zu verfolgen, um eine weitere Eskalation zu verhindern.
Quellen: Dabanga