Der jährliche Gipfel der Südlichen Afrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) in Durban stand in diesem Jahr im Zeichen eines brisanten, aber nicht offiziell geplanten Themas: die wiederholten Angriffe auf Migranten in mehreren Mitgliedstaaten, insbesondere in Südafrika. Obwohl dieses Thema nicht auf der formalen Agenda stand, prägte es viele bilaterale Gespräche und löste Proteste vor dem Tagungsort aus.
Vertreter aus Nachbarländern äußerten hinter vorgehaltener Hand Besorgnis über die Sicherheit ihrer Staatsbürger in Südafrika, wo in den letzten Monaten mehrere Vorfälle von Fremdenfeindlichkeit und gewaltsamen Übergriffen gemeldet wurden. Zivilgesellschaftsorganisationen und Menschenrechtsgruppen nutzten die Gelegenheit, um vor dem International Convention Centre in Durban Demonstrationen abzuhalten, um auf die Notwendigkeit regionaler Lösungen hinzuweisen.
Experten weisen darauf hin, dass strukturelle Probleme wie hohe Arbeitslosigkeit und ungleiche Ressourcenverteilung oft als Vorwand für anti-migranten Gewalt herangezogen werden. Die SADC hat zwar bereits früher Mechanismen zur Förderung von Freizügigkeit und Schutz von Migranten vereinbart, doch deren Umsetzung bleibt ungleichmäßig. Der diesjährige Gipfel könnte nun Druck aufbauen, diese Vereinbarungen wirksamer durchzusetzen – nicht zuletzt, um das Ansehen der Region als stabiler Wirtschaftsraum zu bewahren.
Quellen: The Africa Report