Die simbabwische Justiz hat einen schweren Schlag gegen mutmaßliche Korruption im Umfeld der politischen Elite gesetzt: Kelsea Tafirenyika, die Ehefrau von Mnangagwas Sohn, bleibt vorerst in Untersuchungshaft. Wie ein Gericht in Harare entschied, darf sie die Haftanstalt nicht verlassen, da sie als Fluchtgefahr gilt.
Der Fall dreht sich um rund 9,3 Millionen US-Dollar, deren Herkunft und Verwendung untersucht werden. Die Staatsanwaltschaft wirft Tafirenyika vor, sie habe das Geld über komplexe Finanztransaktionen gewaschen. Der zuständige Magistrat begründete die Ablehnung der Kaution damit, dass die Beschuldigte über ausreichende finanzielle Mittel verfüge, um jederzeit ins Ausland zu fliehen und sich dort langfristig zu versorgen.
Der Prozess findet vor dem Hintergrund anhaltender Kritik an Vetternwirtschaft und mangelnder Rechtsstaatlichkeit in Simbabwe statt. Oppositionsgruppen sehen in der Entscheidung, Tafirenyika festzuhalten, einen seltenen Hinweis darauf, dass die Justiz auch gegen Angehörige der Machthaber vorgehen kann – zumindest symbolisch.
Dennoch bleibt die politische Aufregung groß. Die Regierung hat bislang keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Beobachter fragen sich, ob der Fall langfristig Konsequenzen für den Ruf der regierenden ZANU-PF-Partei haben könnte, besonders vor dem Hintergrund internationaler Sanktionen und wirtschaftlicher Krisen im Land.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – Southern Africa