Somalia rettet bedrohte Audiodokumente aus dem Archiv von Radio Mogadishu

In der somalischen Hauptstadt Mogadishu läuft ein Wettlauf gegen die Zeit, um das kulturelle Erbe des Landes zu bewahren. Mitarbeiter von Radio Mogadishu, der ältesten und wichtigsten öffentlichen Rundfunkanstalt des Landes, bemühen sich intensiv, tausende analoge Tonbänder aus den 1950er Jahren bis in die 2000er Jahre zu digitalisieren. Diese Aufnahmen enthalten wertvolle historische Dokumente – von Regierungsansprachen und traditionellen Musiksendungen bis hin zu Radiodramen und Nachrichtensendungen aus der Unabhängigkeitszeit und dem Bürgerkrieg.

Die Bänder, viele davon auf Kassettentechnologie aus dem 20. Jahrhundert, lagern in schlecht klimatisierten Räumen und drohen durch Feuchtigkeit, Hitze und Alterungsprozesse unwiderruflich verloren zu gehen. Zudem fehlt es an funktionierenden Abspielgeräten, da viele der benötigten Geräte längst veraltet sind. Mit Unterstützung internationaler Archive und digitaler Experten aus Ostafrika versucht das Team nun, die Aufnahmen in ein stabiles digitales Format zu übertragen und so für künftige Generationen zu sichern.

Experten betonen, dass das Archiv nicht nur ein Zeugnis der Medien- und Kulturgeschichte Somalias ist, sondern auch eine unerschöpfliche Quelle für Forschung, Bildung und nationale Identität. Die Digitalisierungsarbeit wird von jungen somalischen Archivaren und Technikern vor Ort geleistet, die sich der Aufgabe mit großem Engagement widmen. Gleichzeitig fordern Kulturschutzorganisationen mehr internationale Unterstützung, um ähnliche Projekte in anderen Teilen des Landes zu ermöglichen.

Quellen: Al Jazeera English