Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Schulze setzt auf Hallervorden im Wahlkampf

Im Wahlkampf um Sachsen-Anhalt setzt Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) auf unkonventionelle Unterstützung: den Komiker Dieter Hallervorden. Bei mehreren CDU-Veranstaltungen trat Hallervorden mit scharfer Kritik an Bundesregierung und Friedrich Merz auf, was landesweit für Diskussionen sorgte. Laut dem Journalisten Jan Fleischhauer dient der Auftritt vor allem einer strategischen Inszenierung: Schulze profitiere davon, dass die CDU in der medialen Aufmerksamkeit bleibe – auch wenn diese durch Provokation entstehe.

Die Empörung über Hallervordens Äußerungen sei vorprogrammiert, doch genau das sei Teil der Rechnung, so Fleischhauer. In einem Gastbeitrag für die WELT verteidigte die in Magdeburg tätige Autorin Clara von Nathusius ihre Bühnenpräsenz neben Hallervorden und kritisierte den Umgang mit Meinungsvielfalt. Sie sprach von einer „kommunikativen Panik“ in der Öffentlichkeit, die politische Debatten zunehmend verhindere.

Für Schulze, der sich auf eine schwierige Landtagswahl vorbereitet, könnte die Kontroverse ein doppelter Nutzen sein: Einerseits mobilisiert sie die eigene Basis, andererseits sorgt sie für Präsenz in den Medien – auch wenn diese polarisiert. Ob die Strategie langfristig trägt, wird sich im Herbst zeigen, wenn die Wähler in Sachsen-Anhalt entscheiden.

Quellen: Welt Online