Die chilenische Regierung hat Luis Pino Soto offiziell als Opfer der Pinochet-Diktatur anerkannt – fast vier Jahrzehnte nach seinem Verschwinden. Der damals 15-Jährige war am 1. Juli 1986 in Arica im Norden Chiles spurlos verschwunden.
Familie lebte vier Jahrzehnte in Ungewissheit
Sein jüngerer Bruder Hans, der zum Zeitpunkt des Verschwindens erst sieben Jahre alt war, beschreibt die tiefen Narben, die diese Tragödie in der Familie hinterlassen hat: „Bei uns zu Hause wurde nie wieder etwas gefeiert. Keine Weihnachten, kein Neujahr, nicht einmal Geburtstage.“ Luis, ein talentierter Zeichner, der besonders Raumschiffe und Science-Fiction-Motive liebte, wurde erst Ende Februar 2026 in die offizielle Liste der Diktaturopfer aufgenommen.
Der Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf die anhaltende Aufarbeitung der Pinochet-Ära (1973-1990), während der nach offiziellen Angaben über 3.000 Menschen getötet oder verschwanden. Menschenrechtsorganisationen kritisieren, dass viele Fälle bis heute nicht vollständig aufgeklärt sind.
Quellen: El País – Americas