Wasserkrise in Brandenburg: Parsteiner See trocknet weiter aus

Der Parsteiner See im Norden Brandenburgs zeigt eindrücklich die Folgen der anhaltenden Dürre: An vielen Stellen hat sich das Wasser zurückgezogen, das Schilf steht trocken, und die Ufer weiten sich sichtbar aus. Aktuell liegen an einigen Abschnitten bis zu 150 Meter trockenes Gelände zwischen dem verbliebenen Wasser und der ursprünglichen Seegrenze. Wissenschaftler und Naturschützer sprechen von einer dramatischen Entwicklung, die nicht mehr als vorübergehende Trockenheit eingeordnet werden kann.

„Das ist kein Einjahresphänomen, sondern ein strukturelles Problem“, warnt ein Hydrologe der Universität Potsdam. Die Kombination aus zu wenig Niederschlag, hohen Temperaturen und intensiver Landwirtschaft lasse die Grundwasserspeicher nicht mehr ausreichend ansteigen. Besonders betroffen seien nordbrandenburgische Seen wie der Parsteiner See, der seit Jahren kontinuierlich an Volumen verliert.

Auch im Park Branitz bei Cottbus wird intensiv zum Thema Klimaanpassung geforscht. Brandenburgs Umweltministerin lobte dort kürzlich ein neues Projekt, die „Baum-Uni“, in der verschiedene Baumarten auf ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit getestet werden. „Wir brauchen neue Strategien für unsere Wälder und Gewässer“, betonte sie. Die Lage am Parsteiner See unterstreiche dringenden Handlungsbedarf – nicht nur für Naturschutz, sondern auch für die Wasserversorgung der Region.

Quellen: Der Tagesspiegel