Ein Drohnenangriff der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) auf ein Gerichtsgebäude im sudanesischen Nord-Kordofan hat am Mittwoch mindestens 13 Menschen das Leben gekostet und über 20 weitere verletzt. Das berichtet Al Jazeera unter Berufung auf lokale Behörden und Rettungskräfte. Der Angriff ereignete sich in der Stadt El-Obeid, der Hauptstadt des Bundesstaates, und richtete sich gezielt gegen ein ziviles Gebäude im Zentrum der Stadt.
Augenzeugen beschreiben Chaos und Verwüstung nach der Explosion. Das Gerichtsgebäude wurde schwer beschädigt, zahlreiche angrenzende Gebäude ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Rettungsteams bargen die Leichen unter Trümmern, während Verletzte in überlastete Krankenhäuser gebracht wurden. Die RSF hat den Angriff bislang weder bestätigt noch bestritten.
Der Vorfall markiert eine weitere Eskalation im andauernden Konflikt zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den RSF, der seit April 2023 das Land erschüttert. Zivile Einrichtungen wie Gerichte, Krankenhäuser und Schulen wurden in den vergangenen Monaten wiederholt Ziel von Angriffen, was massive internationale Kritik hervorgerufen hat. Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen warnen vor systematischen Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht.
Die humanitäre Lage im Sudan bleibt weiterhin katastrophal. Nach Schätzungen der UN sind mehr als 25 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, während Millionen innerhalb und außerhalb des Landes auf der Flucht sind. Der jüngste Angriff unterstreicht erneut die Zerbrechlichkeit der Sicherheitslage und die dringende Notwendigkeit eines nachhaltigen Waffenstillstands.
Quellen: Al Jazeera English