Die humanitäre Lage in weiten Teilen des Sudans verschärft sich weiter. In Malha, einer Stadt in Nord-Darfur, sind laut dem Generalkoordinationsrat für Vertriebene und Flüchtlingslager aktuell etwa 6.200 Kinder von Unterernährung betroffen. Gleichzeitig breitet sich in der Verwaltungsregion Um Jak sowie im Dorf Hamir Um Taqola in West-Kordofan eine Cholera-Epidemie aus, die bereits zahlreiche Infektionen verursacht hat und das ohnehin fragile Gesundheitssystem an seine Grenzen bringt.
Kritische Infrastruktur fehlt
Die Organisation Dar Hamar Emergency Room berichtet von unzureichendem Zugang zu sauberem Wasser, mangelnder medizinischer Grundversorgung und einem akuten Fachkräftemangel. Mobile Kliniken seien überlastet, und Transportwege für Hilfslieferungen bleiben durch kriegsbedingte Blockaden und schlechte Wetterbedingungen eingeschränkt.
Flüchtlinge fordern Unterstützung
Auch in den Nachbarländern steigt der Druck. In Tschad marschierten Dutzende sudanesische Flüchtlinge vom Marra-Lager zur Stadt Amliouna, um dringende humanitäre Hilfe einzufordern. Starke Regenfälle hatten zudem Unterkünfte im nahegelegenen Mile-Lager bei Guéréda beschädigt. Die Protestaktion unterstreicht die wachsende Frustration über unzureichende Hilfsressourcen und langsame Reaktionen internationaler Geber.
Hilfsorganisationen warnen vor einer eskalierenden Katastrophe, falls nicht umgehend zusätzliche Mittel bereitgestellt werden. Die internationale Gemeinschaft wird aufgefordert, die Lieferung von Nahrungsmitteln, Impfstoffen und medizinischem Personal zu beschleunigen, um weitere Todesfälle zu verhindern.
Quellen: AllAfrica – East Africa