Spanischer Polizeibericht wirft Marokko ‚totale Nachsicht‘ bei Migrantenansturm auf Ceuta vor

Ein von der spanischen Polizei verfasster Bericht, der von France 24 eingesehen wurde, wirft marokkanischen Sicherheitskräften vor, bei einem massiven Migrantenansturm auf die spanische Exklave Ceuta im August 2026 „totale Nachsicht“ gezeigt zu haben. Demnach hätten marokkanische Polizisten den Übergang über den Grenzzaun nicht nur nicht verhindert, sondern aktiv zugelassen, dass Tausende Migranten aus Afrika südlich der Sahara in das spanische Gebiet vordrangen.

Diplomatische Spannungen nach Berichtsveröffentlichung

Die Enthüllungen kommen zu einem Zeitpunkt, da die Spanien-Marokko-Beziehungen bereits angespannt sind. Der Bericht wird als indirekte Anschuldigung gegen die marokkanische Regierung interpretiert, Migrationsströme als politisches Druckmittel gegen die EU und Spanien eingesetzt zu haben. Marokko hat bisher keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Die spanische Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez steht unter wachsendem Druck, nachdem sich zehntausende Bürger bei Protesten in Ceuta und auf dem spanischen Festland über die Migrationspolitik beschwert hatten.

Massenproteste in Ceuta nach Migrationskrise

Wie die ZEIT berichtet, demonstrierten allein in Ceuta Zehntausende gegen die angebliche Untätigkeit der Regierung. Die Demonstranten machten sowohl die spanische Führung als auch Marokko für die Krise verantwortlich. Ceuta, eine spanische Enklave an der Nordküste Afrikas, ist seit Jahren ein Brennpunkt illegaler Migration. Der jüngste Zwischenfall im August 2026 führte zu einer vorübergehenden Schließung der Grenze und einer massiven Aufstockung der spanischen Grenztruppen.

Quellen: France 24 – Africa, ZEIT Online – Außenpolitik