Ausstellung in Frankfurt: Kinder von NS-Zwangsarbeitern treten aus der Verschwiegenheit hervor

In den ehemaligen Adlerwerken im Frankfurter Norden eröffnet die Wanderausstellung „Trotzdem da!“ einen emotionalen und historisch bedeutsamen Zugang zu einem lange verschwiegenen Kapitel deutscher Geschichte. Sie widmet sich den Kindern, die während der NS-Diktatur aus Beziehungen zwischen deutschen Frauen und Zwangsarbeitern – oft aus Osteuropa – geboren wurden. Diese Kinder waren jahrzehntelang von Stigmatisierung, sozialem Ausschluss und staatlicher Gleichgültigkeit betroffen.

Die Ausstellung zeigt anhand von Fotografien, Dokumenten und persönlichen Erzählungen, wie diese Menschen mit Identitätsverlust, Diskriminierung und dem Schweigen ihrer Familien lebten. Viele erfuhr erst spät von ihren Herkunft, andere wurden als „Besatzungskinder“ diffamiert. Die Schau rückt nicht nur die individuellen Biografien in den Fokus, sondern thematisiert auch die strukturelle Verdrängung durch den Staat und die Gesellschaft.

„Es geht darum, Sichtbarkeit zu schaffen für eine Generation, die systematisch unsichtbar gemacht wurde“, sagt eine der Kuratorinnen. Die Ausstellung in Frankfurt ist Teil einer bundesweiten Initiative, die Erinnerungskultur kritisch zu erweitern. Geplant sind mehrere Stationen in Hessen und anderen Bundesländern. Besucher können sich in interaktiven Bereichen mit den gesellschaftlichen Folgen von Rassismus und Geschlechterdiskriminierung auseinandersetzen.

Die Präsentation in den historischen Industrieräumen der Adlerwerke verbindet Architektur und Erinnerung auf eindrückliche Weise. Die Ausstellung läuft zunächst bis zum Ende des Jahres und wird von begleitenden Vorträgen und Diskussionsrunden flankiert.

Quellen: FAZ Online