Hessen bekommt ein neues archäologisches Highlight: Die Zeiteninsel, ein mehrjähriges Projekt am ehemaligen Kiesabbau-Gebiet an der Lahn, wurde als dritte bedeutende Freilicht-Einrichtung des Landes eröffnet – nach der römischen Saalburg bei Bad Homburg und der Keltenwelt am Glauberg. Auf rund 30 Hektar werden Besucher nun in das tägliche Leben von der Mittelsteinzeit bis zum germanischen Frühmittelalter entführt – mit originalgetreuen Nachbauten von Hütten, Werkstätten und Lebensräumen.
Die Idee entstand aus der ungewöhnlichen Lage eines aktiven Kiesabbaus, der archäologisch so reichhaltige Funde zutage förderte, dass ein museales Konzept unumgänglich wurde. Über Jahre hinweg wurde gemeinsam von Wissenschaftlern, Museumspädagogen und Landschaftsarchitekten ein Konzept entwickelt, das Wissenschaft und Erlebbarkeit verbindet. Heute können Besucher nicht nur schauen, sondern auch mitmachen: Von Töpfern über Feuermachen bis hin zur Herstellung von Steinwerkzeugen – interaktive Stationen ermöglichen ein tiefes Eintauchen in vergangene Epochen.
„Die Zeiteninsel macht Geschichte erfahrbar, nicht nur lesbar“, sagt ein Sprecher des Projekts. Das Gelände verbindet dabei Naturschutz, Landschaftsentwicklung und Bildungsarbeit. Zahlreiche Schulen aus ganz Hessen haben bereits Bildungsprogramme gebucht. Die Besucher durchlaufen einen chronologischen Rundweg, der von der Jagd der Jäger-Sammler über die ersten Ackerbauern bis hin zu germanischen Siedlungen reicht.
Das Projekt wird als Modell für nachhaltige Regionalentwicklung gelobt: Aus einem industriell genutzten Areal entstand ein kulturelles und wissenschaftliches Zentrum von bundesweiter Bedeutung. Die Zeiteninsel soll künftig auch archäologische Exkursionen und wissenschaftliche Tagungen beherbergen.
Quellen: FAZ Online